Amiro
Amiro, Podenco-Mix, Rüde, im März 2009
geboren und derzeit 58 cm hoch und 20 kg schwer. Er wird geimpft und
gechipt mit Schutzvertrag und gegen eine tierschutzübliche
Schutzgebühr vermittelt.
Ursprünglich erblickte Amiro einmal das Licht der
Welt in Freiheit, genauer gesagt, auf den Straßen von Mallorca, auf
denen seine Mutter schon seit mehr als 2 Jahren lebte und auf sich
alleine gestellt war. Eine sehr ängstliche, scheue Hündin und auch
ihre Welpen, darunter Amiro, sind zunächst als „Straßenkinder“
aufgewachsen und haben zweifelsohne tagtäglich eine gehörige
Portion „Überlebensscheue“ aufgesogen…
Solche Hunde zu vermitteln, ist nicht immer ganz einfach. Sie sind
scheu ,ggf. schon als angeborenes „Wesensmerkmal“, selten
vertraut mit alltäglichen Reizen und reagieren bei dem kleinsten
Anlass mit Rückzug oder Flucht; sie vertrauen kaum und schließen
sich – von sich aus - dem Menschen schlecht oder nur bedingt an.
Mit diesem „Erbe“ hoffen sie nun in Deutschland auf ein
erfahrenes Zuhause; auf Menschen, die nicht nur tierlieb sind und
Mitleid zeigen, sondern die insbesondere WISSEN, wie man eine
Vertrauensbasis zu Hunden aufbaut, die eigentlich nicht auf der
Suche nach dem „Partner Mensch“ sind, sondern nur auf eines
vertrauen: ihren angeborenen Fluchtinstinkt bei (vermeintlicher)
Gefahr…
Amiro fällt grundsätzlich auch in diese
Kategorie „Hund“, jedoch zeigt er sich durchaus sehr kooperativ,
wenn man als Mensch die richtige „Sprache“ zu ihm findet. In
einem Umfeld, in dem er sich sicher fühlt - sei es, weil er sich
diese Sicherheit autark, also selber, erarbeitet hat (was
letztendlich nur in Situationen Bestand hat, die mangels Umweltreize
sowieso keine Gefahr oder Bedrängnis in seinen Augen darstellen),
oder aufgrund der Hilfestellung und Unterstützung durch den Halter
(was den besonderen Anspruch an das Wissen und die Erfahrung des
Halters herausstreicht), zeigt sich Amiro als sehr aufmerksamer,
intelligenter und höchst lernwilliger Musterschüler.
Amiro lebt z.Zt. in einer Familie mit einem
weiteren Hund und einer Katze und sucht aufgrund veränderter
Lebensumstände, die ein gezieltes Training hinsichtlich seiner
Unsicherheit/Ängste zeitlich nicht mehr zulassen, ein neues
Zuhause.
Bezogen auf die Alltagssituationen, mit denen
jeder Hund früher oder später konfrontiert wird, gibt es bei Amiro
– aufgrund seiner Unsicherheit - noch recht viel Nachholbedarf:
Das Alleine bleiben steckt noch ganz in den
Kinderschuhen und es ist davon auszugehen, dass die neuen Besitzer
diese „Übung“ ganz von vorne beginnen werden und daher auch
entsprechende Übungszeiten und –abstände einkalkulieren müssen.
Die Orientierung an einem ggf. bereits vorhandenen Hund ist kein
Garant dafür, dass Amiro problemlos alleine bleibt – dies ist
auch bisher nicht der Fall gewesen.
Eine Leinenführigkeit ist nicht vorhanden. Es überwiegt
die Unsicherheit vor den „normalen“ Reizen (Passanten, fremde
Hunde, Autos, Straßenverkehr, Geräusche etc.) und wird durch ein
„Stress-Ziehen“ an der Leine kompensiert. Ohne Hilfe des Halters
kommt Amiro nicht zur Ruhe und „hetzt“ von einem Schritt zum
anderen…
Er lebt problemlos mit einer SEHR hundeerfahrenen
Katze zusammen, was noch KEINE Rückschlüsse auf eine generelle
Katzenverträglichkeit zulässt. Ein Hetz- und Jagdtrieb gegenüber
Kleintieren konnte bisher nicht beobachtet werden, was jedoch auch
ein Ausdruck von „Mangel an Möglichkeiten“ sein kann bzw. ggf.
derzeit noch durch die (übermächtige) Unsicherheit im Außenbereich
überlagert wird.
Auch das Potenzial zu klettern, was so mancher
Podenco ganz wunderbar vermag, zeigt Amiro gelegentlich und hat sich
leider auch angewöhnt, Türen zu öffnen.
Mit fremden Artgenossen, wenn sie nicht zu stürmisch
und distanzlos sind, versteht Amiro sich bisher problemlos; neigt
aufgrund seiner generellen Unsicherheit beim Erstkontakt eher zu
defensivem Verhalten (abwarten, ggf. Rückzug bzw. sich durch Flucht
entziehen…). Auch hier sollte ein erfahrener Hundehalter im
Bedarfsfall „Hilfe“ anbieten (können) und nicht mit Sprüchen
á la „das machen sie schon unter sich aus…“ Amiro mit der
Alleinverantwortung überfordern.
Amiro kennt das Fahren mit dem Auto, es kostet ihn
aber nach wie vor Überwindung – auch hier eine weitere kleine
„Baustelle“, an der im neuen Zuhause geduldig, aber konsequent
gearbeitet werden sollte, damit Amiro zukünftig ohne Stress Auto
fahren wird.
Im derzeitigen Gesamturteil ist Amiro in vielen
Alltagssituationen noch sehr unsicher, kann diese nicht richtig
einschätzen bzw. ist mit ihnen zunächst sehr überfordert und
neigt daher sehr stark zur Flucht. Dies zeigt sich bereits in
„regulären“ Standard-Situationen (also auf den Spaziergängen,
auf denen es eine Flut von Umweltreizen gibt; vom normalen
Passanten, der sich nähert bis hin zum Auto, das vorbeifährt oder
ein Fahrradfahrer, der klingelt…) aber auch in einem vertrauten
Umfeld (Wohnung), wenn hier fremde/neue Reize auftreten (fremder
Besuch; auffällige Körperbewegungen/Motorik etc.), die von der
bisherigen „Norm“ abweichen.
Amiro sucht ein Zuhause bei Menschen, die erfahren
sind im Umgang mit sehr unsicheren Hunden. Die Geduld mitbringen,
aber die Intensität eines (notwendigen) Trainings nicht der (Endlos)Geduld
opfern, denn jeder Tag, den Amiro so „angstvoll“ durchleben
muss, ist ein schlechter Tag für ihn. Amiro ist durchaus
menschenbezogen, es mangelt jedoch an einer zuverlässigen Bindung
und damit Vertrauen zu Menschen im allgemeinen – dies ist etwas,
was sich der neue Halter konsequent erarbeiten muss, damit Amiro
sich im Bedarfsfall (wenn er mit einer Situation überfordert ist)
der Führung seines Halters anvertrauen kann.
Amiro ist rassetypisch – grundsätzlich - ein
sehr agiler, lebhafter Hund, der eine entsprechende körperliche wie
auch geistige Auslastung benötigt. Interessenten sollten demzufolge
auch schon konkrete Vorstellungen und Erfahrungen mitbringen (z.B.
Nasen- oder Dummyarbeit), wie sie Amiro zukünftig gerecht werden.
Bei
ernsthaftem Interesse wenden Sie sich bitte an die hier genannte Kontaktadresse.
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