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Aramis & Phebbles
 Aramis
 Phebbles
Keiner wollte Phebbels,
mein Mann und ich hatten beschlossen, wenn unsere Tochter in die
Schule geht ist der richtige Zeitpunkt dafür gekommen einen Hund
anzuschaffen, eigentlich hatten wir konkrete Vorstellungen davon wie
dieser auszusehen habe und was er für Charaktereigenschaften haben
müsse, es sollte ein Labrador oder Collie-Mix sein.
Nun ja es kam ganz anders ..... eines schönen Morgens packte das Schicksal mit zwei Händen zu. In
unserer Tageszeitung war eine Anzeige in der
"Familienhundwelpen" angeboten wurden. Da wir sowieso
keinen Rassehund wollten, riefen wir an.
Es meldete sich eine junge Frau, deren Stimme mir irgendwie bekannt
vorkam. Sie schlug vor, dass wir uns doch mal treffen sollten, denn
bevor Welpen weitergegeben werden, würde sie viel Wert darauf legen
die zukünftigen Besitzer kennenzulernen und sie auf ihre neue
Aufgabe als Hundebesitzer vorzubereiten
Gesagt getan noch am gleichen Tag, schließlich konnten wir es gar
nicht mehr abwarten, trafen wir uns mit "Anja" die, wie
sich herausstellte, mit meinem Mann zusammen in die Schule
ging. Sie zeigte uns Bilder von vielen kleinen rehbraunen Welpen,
einer niedlicher als der andere und einer hatte uns bereits super
gefallen. Am Schluss sagte sie dann, "nun da ich Euch ja kenne,
möchte ich Euch noch ein Bild zeigen", aber denkt über Eure
Entscheidung gut nach.
So und jetzt der prophezeite Schicksalsschlag, wir sahen "Phebbels",
damals noch Annabell. Anja erzählte uns, dass der Hund misshandelt
wurde und nur auf drei Beinen lief und keiner wisse, ob sie jemals
normal laufen könne, dann sagte sie, dass wir ja gesehen haben wie
viele gesunde Welpen zur Verfügung standen und somit Annabell
vermutlich KEINE Chance habe.
Aber da hatte mein Mann schon spontan entschieden, dass die kleine
Annabell bei uns einziehen wird, ohne grossartig Rücksprache mit
mir zu halten sagte er, das ist "unser" Hund. Ich
schluckte zwar, aber stimmte dann auch zu. Dann erfuhren wir erst,
dass Phebbels eine kleine spanische Podenca-Mix-Hündin sei und 2
Woche später holten wir sie vom Flughafen ab.

Phebbles
Von Anfang an kann ich sagen, dass Phebbels uns gegenüber und in
der Wohnung ein ganz wunderbarer Hund war, liebevoll ruhig,
eigentlich genauso wie wir uns das vorgestellt hatten, aber sobald
wir das Haus verließen wurde aus ihr ein "Teufel", das
volle Programm lief ab, Leine ziehen, Hunde, Kinder Autos verbellen
und attackieren usw. Na da war guter Rat teuer, wir suchten
verschiedene Hundeplätze auf und dort wurde gleich gesagt, was ein
Podenco, der wird eh immer an der Leine bleiben müssen und ist
unerziehbar ……….!
So ein Quatsch, mittlerweile habe ich drei Hunde und bin selbst
Hundetrainerin und mache mit Phebbels mittlerweile sogar Obidience.
Phebbels läuft frei ohne Leine hört aufs Wort mit und ohne Leine.

Aber den größten Verdienst hat Phebbels für andere Hunden
geleistet, denn durch Ihre Sensibilität und ihre Art musste ich
alle Register der "modernen" Hundeerziehung ziehen um sie
soweit zu bekommen wie sie heute ist. Leider habe ich auf meinem
"Leidensweg" fast keine Trainer getroffen, die nicht
sagten die braucht mal einen kräftigen Leinenruck und muss wissen
wer der Chef ist. Aber genauso funktioniert es mit Sicherheit nicht.
All mein Wissen stelle ich auf einem ganz normalen Hundeplatz zur
Verfügung, ohne auch nur einen Euro zu verdienen, denn mir geht es
um das Wesen Hund und nicht jeder kann ein Vermögen in einen Hund
investieren. Und mal ehrlich eine Patenthundeerziehung gibt es nicht
jeder Hund und jedes Team Mensch / Hund ist anders und um Erfolge zu
erzielen muss man beide analysieren und mit Hirn anstatt mit
Muskelkraft gegen das Problem ankämpfen.
 Phebbles
Den längsten Kampf führte ich gegen den
Jagdtrieb aber für mich stand fest, ich würde Phebbels keinen
Strom an den Hals legen nur weil ich es nicht gebacken bekam und es
ging auch ohne ……….
Nachdem das mit Phebbels so gut funktionierte, bekam ich eines Tages
einen Anruf von Anja, die sagte "Du kannst gern Nein sagen,
dann ruf ich in Spanien an und der Hund wird eingeschläfert",
nun ratet mal was ich gesagt habe …….
Ja und das wäre dann die Geschichte von Aramis, damals Osso, der
hochgradig aggressiv gegen alles und jedes war. Auch er wurde schwer
misshandelt und immer wenn er meinen Mann auch nur sah ließ er das
Urin laufen, da Aramis aufgrund seiner bevorstehenden Grösse immer
die Treppen hinunter und hinauf getragen werden musste könnt ihr
Euch vorstellen, was mein Mann für einen Geduld bewiesen hat, dafür
kann er aber heute Zurecht behaupten, dass er der einzige Mann ist
den Aramis liebt und vertraut. Auch hier habe ich
"Pionierarbeit" geleistet, Aramis kann überall mit mir
hingehen, ob mit oder ohne Leine, er mag zwar keine anderen Rüden
und zeigt das auch, ist aber auf Kommando bereit diese zu
ignorieren, Aramis ist immer dort wo auch ich bin, egal ob auf der
Toilette in der Badewanne oder beim Kochen bin, Aramis liegt mir zu
Füssen und himmelt mich an. Ich leide unter schweren Migräneanfällen
und nun ratet mal, wer dann nicht von meiner Seite weicht und die Nächte
mit mir vorm Klo verbringt und mich wenn es mir so richtig schlecht
geht abschlabbert, so nach dem Motto "wenn ich könnte würde
ich Dir den Schmerz nehmen"………
 Aramis
Ich rate jedem, der bereit ist viel Arbeit,
Geduld und Liebe zu investieren zu einem spanischen Hund, denn die
sind von ihrem Wesen und der Bindung die sie eingehen einfach
SENSATIONELL, abraten tu ich ganz klar solchen Menschen die
jahrelang Arbeits- und Gebrauchshunde hatte und einen
"funktionierenden" Hund suchen, denn das sind die Spanier
(anfangs) nicht. Auch ich habe anfangs oft gezweifelt, ob ich das
richtige tu und wie einfach es doch die "Schäferhund/Labrador/Collie-Besitzer
haben, die wedeln einmal mit der Wurst oder dem Spielzeug und schon
läuft der Hund nebenher, egal ob eine Bombe einschlägt oder nicht
und meine beiden wussten zwar genau welches Leckerli und welches
Spielzeug die Herrchen links und rechts neben mir hatten und ob ein
Hase auf der benachbarten Wiese lief, aber mich haben sie leider
nicht "angehimmelt". Aber heute ist das anders und ich bin
stolz darauf.
Für jedes Erziehungsproblem gibt es eine Lösung, oder eine Möglichkeit
so mit dem Hund zu leben, damit es für beide angenehm ist.
Liebe Grüße, Barbara
E-Mail: Pleckis@aol.com
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