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Bruno

Hier ist meine Geschichte: Ich fange mal am besten so ziemlich am Ende an, ich glaub
dann kann ich alles besser erzählen. Also erst einmal möchte ich mich
vorstellen. Ich heiße Bruno, habe eine Schulterhöhe von 62 cm, dünnes,
halblanges, weiches Fell. Die Menschen schätzen mich auf 5 Jahre, ich weiß es
leider nicht so genau, aber ist ja auch nicht so wichtig. Seit August 2002 lebe
ich bei meinem neuen Rudel. Meine Menschen, Oliver und Franca, gehören dazu und
zu meinem Leidwesen auch zwei Kater, Miekesch ist 10 1/2 Jahre und Gismoh ist 9
Jahre alt. Diese zwei pelzigen Gesellen waren schon vor mir da. Miekesch kommt
ebenfalls aus dem Tierheim und wurde vor 10 Jahren adoptiert. Gismoh ist mit 5
Wochen eingezogen. Er wurde von seiner Mutter verstoßen und kam aus einer
Hobbyzucht. Meine Menschen mag ich sehr gern, auch wenn sie vom Leben etwas
andere Ansichten haben als ich teilweise. Versteh einer die Menschen, aber auch
wenn es manchmal sehr mühsam für mich ist, ihre Regeln und Wünsche
nachzuvollziehen, gefällt es mir hier gut. Ich hab ein warmes Zuhause, liebe
Leute, viel Beschäftigung und Fressen, jeden Tag zweimal plus Leckerlis. Stell
sich das einer vor. Gut, fürs Fressen muss ich was tun, aber ich brauch es mir
nicht selbst zu besorgen und keine Sorgen haben, dass es mir eventuell nicht gut
bekommt. Das ist meine größte Freude.
Hier gibt es auch so tolle riesige Häuser, man nennt die
glaub ich Baumärkte und Zooläden, leider darf man nur mit Leine rein, und das
kann ganz schön stressig sein. Meine Leute schlendern dann immer erst durch die
Regale, aber am Ende gehen wir in einen Teil dieses Hauses, in dem einfach jede
Menge Futter steht. Da kann man sich nach Herzenslust voll fressen. Anfangs
wusste ich gar nicht, was ich zuerst aus den Trögen fressen sollte, so viel
Futter hatte ich noch nicht gesehen: Schweineohren, Pansen, Hundekekse. Oliver
war immer ziemlich nervös, wenn Franca mit mir hierher ging, er schaute sich
um, als wenn wir Diebe wären, dabei stand doch alles hier umher, man brauchte
nur zulangen. Das ist mittlerweile mit mein liebstes Ausflugsziel, aber nun zu
meiner Geschichte:
Die Leute, bei denen ich lebe, lernte ich im Tierheim
kennen. Sie suchten einen Hund und ich suchte ein Zuhause. Also kamen sie nach
einigen Besuchen in verschiedenen Tierheimen in meines. Hier saß ich, ziemlich
erbärmlich, traurig und mit soviel Angst im Leib wie ich Haare darauf hatte,
ich wollte nichts mehr fressen, wurde immer dünner und hatte ständig
Durchfall. Ich hatte es aber für Heimverhältnisse sehr gut. Nette Pfleger,
einen Hundekumpel im Zwinger und ab und zu mal raus zum Spazieren gehen oder in
den Auslauf. Trotzdem wollte ich nur weg hier, was ich auch auf jedem
Spaziergang versuchte, die meisten Leute verstanden das wohl als "unerzogen
an der Leine ziehen" und wollten mich wilden Hund deshalb nicht. Na ja und
in meinem Alter, mit großer Narbe, und ich sah wirklich ziemlich abgemagert
aus, da hat man halt nicht die besten Chancen. Aber dann kamen ja Franca und
Oliver. Die gingen auch mit mir spazieren. Ich hatte auf erneute Enttäuschung
keine Lust mehr und wollte nur weg.
So zog ich mal wieder den mir bereits bekannten Weg nach draußen,
so dass mich nur Oliver halten konnte, mit Mühe. Leider wurde ich auch diesmal
weder Leine noch Halsband los. Nach ca. 2 Stunden gab ich auf und schaute mich
nach den Menschen um, die da an mir hingen und nicht losließen. Sie waren zwar
sehr aus der Puste, aber sonst ganz nett. Sie begannen mit mir zu reden, wollten
mir Leckerlis geben, aber diese vorgespielte Freundlichkeit der Menschen kannte
ich schon. Ich ließ mich auf keinerlei Bestechungsversuche ein. Und man gut so,
ich hatte Recht. Auch diese beiden brachten mich nach 3 Stunden wieder zurück,
nur diesmal war die Stimmung komisch. Ich schaute Franca in die Augen und mir
wurde irgendwie warm ums Herz. Meine eingezogene Rute blieb wo sie war, unter
meinem Bauch geklemmt, auch machte ich mich so klein wie möglich, aber ich
konnte ihr nicht ganz wiederstehen und schnüffelte mit rausgestreckter Nase an
ihrer Hand. Dann kam auch schon der Pfleger und brachte mich wieder in meinen
Zwinger. Dieser erzählte auch noch ein paar Dinge über mich, wie Hundeschule
ratsam, Probleme mit Männern, sehr ängstlich, gesundheitliche Probleme, aber
sonst lieb, kommt aus Süddeutschland. Ich wusste zwar nicht, das Lanzarote in Süddeutschland
liegt, aber die Pfleger wussten das wohl besser. Das war's also, ich musste wohl
doch den Rest meines Lebens hier verbringen.
Oliver und Franca aber kamen schon nach kurzer Zeit wieder
und gingen mit mir raus. Nun schaute ich sie mir etwas genauer an, ließ mich
auch anfassen, aber nicht zu oft, ich traute ihnen nicht. Das wiederholte sich
dann noch einmal, und beim vierten Besuch wurde ich in ein Auto verladen und
eine Pflegerin und Franca fuhren mit mir los. Zwei Monate hatte ich nun hier
zugebracht. Ich fand die Idee nicht besonders toll, wieder weg zu müssen,
konnte aber nicht viel ausrichten. So kam ich nach knapp einer Stunde in mein
neues Zuhause. Alles war aufregend, neu und beängstigend. Ich konnte nicht
schlafen, schaute erst einmal nach dem Ausgang, leider zu, und entdeckte auch
noch auf der Treppe eine Katze. Somit beschloss ich wieder zu gehen, was leider
nicht möglich war. Ich wurde irgendwann so müde, das ich einschlief und mein
neues Leben begann.

Ich musste erst einmal zum Tierarzt. Das ist so mit das
Schlimmste, was es gibt. Aber da ich nicht richtig fraß und wenn, sofort wieder
Durchfall bekam, den hatte ich ja schon im Tierheim, kam ich nicht darum herum.
Der Arzt schaute nach meinem Impfpass und in dem war sowohl meine letzte Impfung
in Spanien und meine Chipnummer verzeichnet. Das machte meine Leute ziemlich
nachdenklich, denn ich war ja eigentlich ein Schäferhundmischling aus Süddeutschland,
Abgabegrund Zeitmangel, aber sehr lieb und katzenverträglich. Na ja, was die
Menschen sich halt so ausdenken. Aber mich fragte ja niemand. Meine großen
Narben am Rücken stammten wohl von einem Unfall, könnte aber auch eine
Mistforke oder ähnliches gewesen sein, sagte der Arzt.
Nun begann Franca nachzuforschen. Meine Verhaltensauffälligkeiten
wurden immer größer, besser gesagt, die eine gingen und die anderen traten zum
Vorschein. Ich hatte Angst, vor allem und jedem, und das zeigte ich dann recht
schnell mit Knurren und Bellen und Bürste. Wie man es halt macht als Hund. Und
es klappte, die Menschen und anderen Dinge und Hunde, wenn ich mich eingeengt fühlte
oder angeleint war, bekamen noch mehr Angst als ich. Toll oder! Ehm oder nicht,
mein Rudel fand dieses Verhalten nicht so toll. Aber die wussten ja auch nicht
wie gefährlich Autos, Menschen, Schranktüren, Wanderstöcke, Katzen und andere
Tiere ... sein konnten. Zu meinem Rudel war ich brav, na ja nur nicht zu den
Katzen.
Über Tasso e.V. erfuhr Franca dann, dass ich ein Bardino-Mix
bin, und später bekam sie auch meinen vorherigen Besitzer heraus. Den rief sie
an, und der erzählte dann ziemlich fadenscheinige Sachen über mich, aber auch
woher er mich hatte, aus Lanzarote, aus der Th Sara und die hatten mich aus der
Perrera - Tötungsstation - freigekauft. Und das ich 1 1/2 Jahre bei ihm war,
dort über Zäune gesprungen wäre, mich dabei fast erhängt hätte, aggressiv
sei, die Wohnungseinrichtung zerstöre ... Er wünschte mir noch alles Gute und
wollte weiteren Kontakt halten. Wir sollten ihn doch auch mal besuchen kommen,
so besorgt war er um mein Wohlergehen, ich hatte ihn irgendwie anders in
Erinnerung. Zum Glück haben wir das nie getan. Denn so toll war es da nicht.
Der Tierarzt fand nämlich noch Narben auf meinem Kopf, die noch kein Jahr alt
waren. Das versuchte er natürlich möglichst zu verschweigen, leider rutschte
es ihm doch raus, wie damals seine Hand.

Franca war darüber sehr schockiert und wütend. Sie
schaute sich dann im Internet den Tierschutzverein in Lanzarote an, um zu sehen
woher ich komme, so sah sie auch ein Video über Tötungsstationen. Na und nun
konnte sie sich einiges erklären. Wir begannen mit Hundetraining. Schule ging
gar nicht, viel zu fürchterlich, angeleint, viele Hunde und Menschen. Also
Einzeltraining. Lief anfangs ganz gut, nur dann engte mich die Trainerin
unabsichtlich ein, ich sagte ihr knurrend und bellend bescheid. Dann kam sie
nicht mehr, schade, sie war nett und hatte auch immer leckeres Fressen, da hatte
sie wohl irgendetwas falsch verstanden.
Meine Leute begannen dann, Literaturberge zu wälzen,
Besitzer spanischer Hunde und eine neue Trainerin zu suchen. Mit ihr wurde dann
auch alles besser. Zwischenzeitlich wurde ich dann noch kastriert. Ade ihr so
verführerischen Hündinnen, ihr ward eine meiner wenigen aber
leidenschaftlichen Freuden bis dahin in meinem Leben. Da ich aber vor nichts
halt machte, wenn ich die Damen der Umgebung in die Nase bekam, war es auch ein ziemlich
gefährliches Unterfangen. Als ich mich erholt und hormonell umgestellt hatte
begann ein neues Training. Die Trainerin verstand meine Probleme und mein
Verhalten und durch mein zunehmendes Vertrauen zu meinem neuen Rudel, und dank Bachblütentherapie,
wurde ich dann langsam ruhiger und offener. Keiner tat mir weh und es machte Spaß
zu lernen, ständig positive Verstärkung = Leckerlis, Leckerlis und viele liebe
Worte. Ich lernte Grundkommandos, Leinenführigkeit und Spielen. Ich kann euch
sagen, spielen ist mit das schönste was es gibt, neben Fressen, Schlafen, mit
Hunden toben und Rennen, und ich kann es kaum glauben - schmusen mit Olli und
Franca. So wurden wir ein gutes Rudel und eigentlich haben wir uns trotz vieler
Verständigungsprobleme gut zusammen-gerauft.
Meine einzigen großen Probleme die noch da sind, sind
Miekesch, Gismoh und meine Leidenschaft zum Stöbern und Jagen nach Kaninchen
und Wild. Ich hab mir wirklich schon Mühe gegeben, die Kater zum Auszug zu
bewegen, aber egal, ob ich sie verbelle, jage oder ignoriere, sie bleiben
einfach hier. Wie kann man sich so etwas nur ins Haus holen? Und meine Menschen
mögen diese Unfreundlichkeit von mir gar nicht. Na ja und Fährten von Wild
oder gar Kaninchen kann ich leider nicht wiederstehen, da legt sich ein Schalter
im Kopf um und ich vergesse alles um mich herum. Wenn ich dann wieder bei
Verstand bin, fallen mir meine Leute ein. Und bei denen will ich ja auch
bleiben. Aber dann traue ich mich nicht mehr zurück zu ihnen. Ich bleibe dann
auf Entfernung stehen und hadere mit meiner Angst vor Bestrafung. Obwohl mir die
beiden noch nicht ein Härchen gekrümmt haben, es sind Menschen, und man kann
ja nie wissen. Franca und Oliver können sich mit meinem Hobby gar nicht
anfreunden und so suchen wir hier noch nach Lösungen und arbeiten weiter daran.

Sie wollen mir ja weiß machen, dass man mit Katzen
friedlich unter einem Dach wohnen kann und auch ohne Stöbern und Jagen glücklich
wird, ich kann mir das noch nicht recht vorstellen. Aber mal sehen, was daraus
noch wird. Ich habe ja in den 1 1/2 Jahren hier schon vieles erfahren, was ich
nicht für möglich wird. Ich bin jedenfalls sehr froh, danke alles mit
Gesundheit, Geduld und Faxen machen. Ich bin einfach nur glücklich, endlich
einen Platz in dieser oft sehr grausamen Welt gefunden zu haben. Und auch wenn
Norddeutschland nicht gerade wetterfreundlich ist für einen Südländer wie
mich, geht in meinem Herzen die Sonne auf, weil ich endlich eine Familie
gefunden habe, die an mich glaubt und mich beschützt und bei der ich geliebt
werde.

Viele liebe Nasenstüber. Ich wünsche euch armen Seelen,
wo auch immer ihr lebt, auch so viel Glück, wie mir letztendlich zugestoßen
ist. Gebt die Hoffnung nicht auf. Vielen Dank und Pfotendruck an meine Retter,
die mich freikauften und sich um mich kümmerten. Euch verdanke ich mein Leben,
ich werde eure Hilfe nie vergessen.
Euer Bruno
Oktober 2009 Hallo Ihr Lieben,
nun sind schon
über 7 Jahre vergangen, dass ich in mein neues Zuhause zog und es
ist so wahnsinnig viel passiert in dieser langen Zeit, dass ich Euch
von mir noch einmal erzählen möchte. Vielleicht erinnert Ihr Euch
noch an mich, ich bin Bruno.

So langsam
komme ich in die Jahre, bin ja auch schon ca. 10 Jahre alt, es zeigt
sich das eine oder andere graue Haar an meiner Schnauze, selten
zwickt es schon mal in der alten Rückenverletzung und auch meine
Kondition hat merklich nachgelassen. Aber es geht mir sehr gut. Ich
bin viel gelassener geworden und habe mich in mein Leben hier gut
eingewöhnt.
Heute ist so
vieles für mich selbstverständlich, was ich mir vor 5 oder 6
Jahren nicht hätte vorstellen können. Unser Rudel ist eng
zusammengewachsen, wir kennen und leben mit unseren Marotten und
sind ein enges Team.
Das Unmögliche
ist war geworden: Ich habe erfahren, dass man glücklich mit
Menschen leben kann, diese einen wirklich lieben und vertrauen, auch
wenn es schwierig und ausweglos scheint, zu mir stehen und an mich
glauben. Mit zunehmenden Vertrauen zu meinen Menschen konnte ich
mich auch auf viele Situationen neu einlassen und lernen, nicht
alles Fremde kostet mich mein Leben.
Hinzu kommt,
dass ich stolz bin, wichtige Aufgaben in meiner Familie auszufüllen:
Ich bin für Kopfarbeit und selbständiges Denken und Handeln zuständig,
denn ich mache Dogtricks und bin im Hundezirkus. Ich lerne mal mit
Franca allein und mal in einer Hundegruppe immer neue Kunststücke,
die mich sportlich und geistig auslasten und im Haushalt helfe ich
auch mit: ich öffne und schließe Türen, nehme Gegenstände aus
Schubladen oder Einkaufskörben und tue diese auch wieder hinein und
beherrsche weiterhin Elemente aus dem Dogdance.
Sonst kann ich
einfach das Leben genießen und brauche nicht die Verantwortung
tragen, wie ich früher immer dachte. Ich kann darauf vertrauen,
dass meine Menschen das tun und sich um mich kümmern. Nicht einmal
das Futter muß ich mir noch suchen gehen. Somit kann ich gelassen
mit Franca und Oliver spazieren gehen und das Jagen hat vielerorts
massiv nachgelassen. Bis auf stark frequentierte Wildgebiete kann
ich ohne Leine laufen, ein riesen Glück.
Meine großen
Probleme sind zu Problemchen geschrumpft oder sind ganz
verschwunden: ich brauche Fremde nicht mehr verjagen, meine
Todesangst vor allem Unbekannten hat sich in eine zurückhaltende
Skepsis verwandelt, ich kann gelassen an der Leine laufen, oft sogar
mit dem Halsband statt dem Geschirr, finde mich in der Stadt zurecht
mit all ihren Menschen, Verkehr und Lärm. Mein Zuhause ist
meine Insel geworden, ein Platz, an dem ich entspannt einfach nur
schlafe, döse, tobe und ich selbst sein kann, ganz ohne Angst,
Gewitter und Feuerwerk nehme ich hier gelassen hin.
Das Undenkbare überhaupt ist
passiert: ich lebe friedlich mit den Katern Miekesch und Gismo
zusammen, mag sie und passe auf sie auf, damit ihnen nichts
geschieht. Miekesch hat uns leider vor kurzer Zeit im Alter von 15
Jahren über die Regenbrücke verlassen, aber wir hatten eine lange
gemeinsame Zeit miteinander. Nach
3 bis 4 Jahren hatte ich verstanden, dass man auch mit Katzen in
einem Haushalt gut auskommen kann. Es war eine schwere Lektion.
Meine
gesundheitlichen Probleme, wie der dauerhafte Durchfall, haben sich
auch gelöst. Seit dem ich nicht mehr unter Dauerstreß stehe und
dank Bachblüten und Schüssler Salzen, bin ich ein kerngesunder
Hund. Ich benötige kein Spezialfutter mehr, da sich mein
Verdauungstrakt vollständig regeneriert hat und ich nicht mehr
allergisch reagiere. Wenn ich mich mit anderen Hunden in meinem
Alter vergleiche, bin ich sehr fit und habe eine Kondition eines 5-Jährigen.
Ich laufe nun nicht mehr 40 km/h über 2 Stunden, sondern nur noch
25 km/h über 30 Minuten. Aber 3 bis 4 Stunden flott spazierengehen
möchte ich schon noch einmal pro Woche.
Zuhause bin
ich ein ruhiger Vertreter, man hört und sieht mich kaum, ich muß
auch nicht mehr ständig an Franca kleben. Wenn es doch mal zu sehr
stressigen Situationen kommt, brauche ich auch nicht mehr kopflos zu
flüchten, es reicht, wenn ich mich verstecke, am besten hinter
Franca oder im Gebüsch.

Viele Leute,
die mich nicht kennen, finden mich merkwürdig, da ich mich nicht
gleich anfassen lasse oder ihre stürmischen Hunde verbelle, die
keine Distanz einhalten können. Aber alle, die mich kennen, können
meine Verwandlung und “gute Erziehung” kaum glauben. Natürlich
werde ich nie ein gelassener “Golden-Retriever-Typ” und auch
meine fehlende Prägung zu Beginn meines Lebens wird sich nicht
ausradieren lassen, ebenso wie meine Jagdpassion.
Alles
Erreichte hat uns sehr viel Zeit, Geduld, Mühe und Liebe gekostet,
aber es hat sich gelohnt. Denn trotz aller steinigen Wege, die wir
gegangen sind, ich bin ein fröhlicher und glücklicher Hund
geworden, liebe meine Menschen und meinen Katerfreund Gismo und
genieße einfach nur mein Leben.
Ich bin glücklich
über meinen “Job”, den ich brauche, denn er füllt mich aus und
macht mich zu einem nützlichen und wertvollen Familienmitglied. Ich
kann einfach Hund sein und werde geliebt, wie ich bin. Und so bin
ich dankbar für jeden neuen Tag, denn das Leben kann auch sehr schön
sein.

Ich hoffe,
dass auch ganz viele von Euch Pelznasen so ein riesen Glück hatten
und haben werdet, denn durch unsere Andersartigkeit eröffnen wir
den Menschen eine Welt, die ihnen sonst verborgen geblieben wäre.
In dem Sinne Euch alles, alles Gute und ganz viele Nasenstüber,
Euer Bruno.
E-Mail: franca1812@hotmail.de
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