Der Bardino
(Perro de Ganado Majorero)
Der Hütehund der kanarischen Inseln!
 Foto
© Javier Herrera
Die Geschichte der Kanarischen Inseln ist eine geheimnisvolle
Welt von Mythen und Legenden.
Zur Frühgeschichte der Kanaren werden heute immer noch sehr
unterschiedliche Positionen bezogen. Aufgrund der verschiedenen Auffassungen,
Theorien und Thesen sollte man diesen Themenbereich mit einem großen
"Fragezeichen" versehen.
Ihren Namen verdanken die Kanarischen Inseln und allen voran Gran
Canaria normannischen und portugiesischen Seefahrern, die erstaunt über die
riesigen Hunde can waren, die in Rudeln auf den Inseln herumliefen. Da die
mittelalterlichen Matrosen Gran Canaria für die größte hielten, setzten sie
dem von ihnen eingeführten Namen der Insel gleich noch ein Gran davor, womit
sich als Übersetzung so etwas wie "Großes Hundeland" ergibt.
 Foto
© Javier Herrera
Um 1312 landete der Genueser Lanzarotto Malocello auf der dann
nach ihm benannten Insel Lanzarote. 1344 krönte Papst Clement VI. den Spanier
Luis de la Cerda zum König der Kanarischen Inseln, dieser nahm sein Reich aber
nie in Besitz.
Anfang des 15. Jhdts. war es dann endgültig mit der Ruhe auf den Inseln vorbei.
Die Spanier kamen und eroberten sie. Zuerst Lanzarote und Fuerteventura. Im
Auftrag der spanischen Krone nahm der Normanne Jean de Bethencourt Fuerte im
Handstreich. "Es war ein 'fuerte aventura', ein 'starkes Abenteuer'",
wie er sagte - somit hatte die Insel ihren Namen weg.
Die Inseln bringen auch ihre eigenen Hunderassen hervor, z.B. den hier
beschriebenen "Bardino"
oder auch "Perro de Ganado Majorero", den "Bichon Frisé"
der ursprünglich von Teneriffa kommt, den "Podenco Canario" der ein sehr edler
Jagdhund ist, eine
Rasse, die nachweislich von den ägyptischen Tempelhunden abstammt, also 7000
Jahre alt ist und von den Phöniziern, den Karthagern bzw. Griechen auf die
Inseln gebracht wurde, oder den "Presa Canario", die kanarische
Dogge, erstmals auf den Kanarischen Inseln im 16 Jahrhundert erwähnt.
Die Inseln waren schon in der Antike als die "Fortunaten" - die
"Glücklichen" - bekannt. Über die Phönizier hatte man von ihnen
erfahren. Das erste glaubhafte Zeugnis jedoch haben wir Plinius zu verdanken,
der im 1. Jahrhundert n. Chr. in seinem Buch "Naturalis historia" eine vom mauretanischen König Juba II entsandte
Expedition zu den Inseln erwähnt. Laut seiner Überlieferung brachten die
Teilnehmer der Expedition, sozusagen als Souvenir ein paar gewaltige Hunde mit
nach Hause, die den Inseln später ihren Namen gaben: Kanaren, vom lateinischen
Wort für Hund, can oder canes. Leider gibt es heute nur noch wenige, prächtige
Exemplare dieser urtümlich kanarischen Rasse mit wildem und eindrucksvollem
Aussehen, Verdino, wegen ihrer grünlichen Färbung, Perro de
Ganado der Viehund der Ureinwohner, oder Bardino genannt,
je nach Insel.
Touristen werden auf den kanarischen Inseln kaum einen reinrassigen
Bardino zu Gesicht bekommen. Es ist äußerst selten, dass man einen
herrenlosen Bardino auf den Inseln oder in einem spanischen Tierheim
findet. Oft führen die Bardinos ein armseliges Leben an der Kette.
 Foto
© Javier Herrera
Allerdings kann es Ihnen passieren, dass Sie in relativ unbesiedelten Gegenden
auf Gruppen ausgesetzter Hunde treffen, die dem Urtyp Bardino vom Verhalten um vom
Äußeren sehr ähnlich sind, die Bardino-Mischlinge! Sie
müssen, wie leider sehr viele Hunde in Spanien, ums Überleben kämpfen und
sich von Kaninchen oder noch häufiger von Müllhalden ernähren. Mit ganz viel
Glück werden die Hunde von Tierschützern gefunden und versorgt. Der ein
oder andere Straßenhund kann so gerettet werden und findet vielleicht durch
Ihre Hilfe hier bei uns ein schönes Zuhause.
Der Bardino, Perro de Ganado Majorero, wie er traditionsgemäß auf
Fuerteventura genannt wird, wurde ursprünglich als Wach- und Hütehund
gezüchtet, wurde aber auch als Familienhund gehalten. Sein Lebensraum war einer
sehr staken Härte ausgesetzt, was ihn zu einem robusten und
wiederstandsfähigen Hütehund machte der von den Landarbeitern sehr geschätzt
wurde. Ich möchte noch einmal betonen, wir sprechen hier von einer uralten
Hunderasse, die von der iberischen Halbinsel sofort nach dem
Beginn der Eroberung der Kanarischen Inseln, bis 1402 eingeführt wurde,
aber heute in dieser urtümlichen Form nur noch selten zu
finden ist.
Die ersten Beweise der Anwesenheit des Bardinos sind einige
Verordnungen, die auf den Inseln von Teneriffa und von Fuerteventura
herausgegeben wurden. Zum Beispiel die datierte Verordnung von 1515, die dem
Volk verbot den Perro de Ganado Majorero zu halten, mit Ausnahme eines Hundes zum
Hüten der Herde. Eine weitere Verordnung veranlasste, dass nur Metzger einen Perro de Ganado Majorero
besitzen durften. Die Hunde mussten während der Nacht angekettet werden und durften
am Tag nur zum Hüten der Kühe von der Kette.
Im laufe der Jahre verwilderten auch viele dieser Hunde und
griffen die Schaf- und Ziegenherden an, deshalb wurde im Januar 1645 eine neue
Verordnung herausgegeben, die von Generalvertreter, Sebastian de Betancor (Betancuria)
geschrieben wurde und veranlasste, dass die "Raubhunde" auf der Insel
wegen der großen Beschädigungen die sie verursachten, getötet werden mussten.
Das Resultat dieser Gesetzte und Verordnungen war, dass seit ca. 4 Jahrhunderten
hauptsächlich nur noch Kreuzungen dieser Rasse überleben konnten. Es ist allerdings erstaunlich, dass trotz allem diese
einzigartige Rasse Bardino, Perro de Ganado Majorero, nie ganz verschwand.
Der Bardino ist ein mittelgroßer, robuster, sehr intelligenter, glatt-
und kurzhaariger Hund. Er ist gewöhnlich schwarz und gestromt, manchmal auch mit weißer
Brust. Auf Fuerteventura trifft man etwas längere und auch
schlankere Hunde an, die wesentlich beweglicher sind als die Bardino-Mixe auf
den anderen kanarischen Inseln. Oft findet man bei den Bardinos auch noch die
doppelten Wolfskrallen. Der Bardino ist sehr wachsam und nicht für
Hundeanfänger geeignet. Da der Bardino ein Hütehund ist, besitz er
keinen Jagdtrieb.
Bitte vergessen Sie aber nicht, dass die meisten
Bardinos, die Sie heute auf den Kanaren und in den Tierheimen finden,
Bardino-Kreuzungen sind, die
über viele Generationen zurückgehen! Deshalb können auch verschiedene
Rasseeigenschaften auftreten. So ist z.B. bei Bardino-Podenco Mischlingen oft ein ausgeprägter Jagdtrieb
festgestellt worden.
Ein Bardino (Rüde) wiegt ca. 30- 45 Kg
Eine Bardina (Hündin) wiegt ca. 25 -35 kg
Die Schulterhöhe des Bardinos liegt zwischen 57 und 63 cm
Die Schulterhöhe der Bardina liegt zwischen 55 und 61 cm
 Foto
© Javier Herrera
Der Schriftsteller und Historiker Viera y Clavijo beschreibt den Bardino am
treffendsten:
"... abgesehen von seiner grazilen Gestalt, seiner Lebhaftigkeit,
seinem Mut und seiner Schnelligkeit besitzt der Bardino jenes feine und seltene
Gefühl, das es ihm gestattet, mit dem Menschen in Beziehung zu treten. Der Bardino
versteht die Würde des Menschen, kämpft für dessen Sicherheit, gehorcht und
hilft ihm, verteidigt und liebt ihn ... und weiß genau, wie er sich die Liebe
seines Besitzers erwerben kann."
Für uns ist der Bardino eine ganz
besondere Hunderasse !
Unsere Bardino-Mischlinge sind für uns die
perfekten Familienhunde, sie sind dem Urtyp Bardino vom Verhalten und Aussehen sehr ähnlich, sie sind zu Mensch und Tier freundlich aber trotzdem wachsam, sie sind sehr gelehrig, folgsam und aufmerksam, doch vor allem sind sie absolut kinderlieb.
 Luna und Risa
- unsere Bardino-Mischlinge
nach oben
|