Paco
So, nun stellen wir uns auch in der „Bardino-Szene“
vor! Ist ja nicht einfach, noch etwas zu finden, was nicht schon
geschrieben wurde, über diese liebenswerten Hunde.
Ich
fange einfach mal an, o.k.?
Wie
so viele, teilen auch wir das Schicksal unseren Fred (Husky-Staffordshire-Mix
aus dem Tierheim) nach gemeinsamen 11 Jahren verloren zu haben.
Zuletzt war er sehr krank, musste zweimal täglich Insulin gespritzt
bekommen und erblindete.
Nach
reiflicher Überlegung und aus nicht ganz uneigennützigen Beweggründen,
nämlich um unsere Trauer besser in den Griff zu bekommen,
entschlossen wir uns, bereits am nächsten Tag, die Tierheime „zu
stürmen“. Hinzufügen möchte ich aber noch, dass wir so ziemlich
am Ende der Welt wohnen (mit Meerschweinchen, Hühnern, Rindern,
Katzen und was sonst noch so kreucht und fleucht), ja vielleicht
nicht ganz, aber man kann das Ende von dort aus schon sehen, und man
darf diese Umgebung (Wald und Heide) eigentlich keinem Hund
vorenthalten, oder?

Bei
der Suche im Internet nach den Öffnungszeiten der Tierheime in
unserer Umgebung stießen wir dann zufällig auf die wirklich
liebevoll gestalteten Seiten des Tierheimes in Bottrop. Ist zwar
ne‘ Ecke von uns weg, aber irgendwie fühlten wir uns angesprochen
und fuhren auch gleich los.
Ja,
und wer saß da in der Quarantänestation, gerade „frisch“ aus
Spanien (Fuerteventura) angereist? Yang, wir haben ihn allerdings
– wie es sich für einen echten Spanier gehört – in Paco
umgetauft! Er ist ein Bardino-Mix (wahrscheinlich hat sich irgendwie
ein Schäferhund druntergeschlichen), jetzt 8 Monate alt und ein Südländer,
wie er im Buche steht! Vor allem hat er den sprichwörtlichen südländischen
Charme, dem man kaum widerstehen kann!

Ich
bzw. wir müssen gestehen, dass uns die „Inselhunde“ vorher gänzlich
unbekannt waren.
Aber
da hat uns die liebe Margit ja ordentlich auf die Sprünge geholfen
– hierfür nochmals herzlich Dank!
Ja,
wie ging’s weiter? Wir sind jeden Tag zum Tierheim gefahren, um
ihn zu besuchen, raus durfte er ja noch nicht. Das ging so ca. eine
Woche lang und dann kam der ersehnte Tag, an dem wir mit ihm
spazieren gehen konnten – der Tierarzt hatte „grünes Licht“
gegeben.
Da
haben wir dann das erste Mal sein Temperament zu spüren bekommen!
Hui, eine wahre Rennmaus, vielleicht hätten wir ihn besser Speedy
Gonzales nennen sollen ...

Mitte
September 2004 haben wir ihn dann endlich ganz mit nachhause nehmen
können – ein aufregender Tag! Wir hatten ihn vorher schon ans
Auto gewöhnt und die Fahrt war überhaupt kein Problem. Zuhause
angekommen, gleich in den Garten und was soll ich sagen? Als wäre
er nie woanders gewesen – unsere Schuhe hat er gleich von Anfang
an „zum Fressen gern gehabt“, unser Sofa wurde zur Knuffelecke
ernannt, das Körbchen wird nur stundenweise genutzt, nämlich genau
so lange, bis er sich nachts ins Bett schleicht (irgendwie kennt er
genau unsere Tiefschlafphase!) und uns regelrecht umarmt!

Ach,
ich könnte jetzt wahrscheinlich noch Seiten beschreiben, aber alle,
die ihr hier auf diesen Seiten seid, wisst ja, wovon ich spreche,
oder?
Die
größten Bedenken hatten wir, ob er alleine bleibt – er kann zwar
während unserer Abwesenheit (man muss ja auch Geld für’s Futter
verdienen, gell?) in den Garten, aber er folgt uns auf Schritt und
Tritt, selbst in die Dusche ist er schon hinterher gekommen. Aber
wir fingen mit einer halben Stunde „Alleinesein“ an - er wusste
ja nicht, dass sich seine besorgten Hundeeltern im Maisfeld
versteckt haben, um ihn zu beobachten – haben es dann jeden Tag
gesteigert und es klappt jetzt wunderbar.

Natürlich
ist die Erziehung nicht zu vergessen, die Hundeschule geht nach
einer Saisonpause jetzt Ende Oktober wieder los – angemeldet sind
wir schon. Allerdings lernt er wirklich schnell, aber mit
Konsequenz, denn seine überschäumende Lebensfreude an allen
Menschen und Tieren, die wir auf Spaziergängen treffen, hindert ihn
des öfteren daran, zu hören und er neigt dazu, alle anzuspringen,
um sie zu begrüßen, das finden manche „Zweibeiner“ (verständlicherweise)
natürlich nicht so toll wie er. Ist er nicht abgelenkt, genügt ein
Pfiff. Na und wir wollen ja auch ein bisschen angeben, „Sitz“
kann er auch schon, fährt super im Auto mit und kennt die
„verbotenen Zonen“ im Haus. Nichts desto Trotz muss er noch eine
Menge lernen – aber mit Geduld und Liebe sehe ich da überhaupt
keine Schwierigkeiten.

Für
uns war es ja auch erstmal eine Umstellung, plötzlich so einen
Wirbelwind von Hund zu haben. Aber ich denke, dass haben wir gut in
den Griff bekommen. Es macht einfach Spaß und wir haben viel Freude
an ihm – schlechte Laune gibt’s in unserer Familie nicht mehr,
dafür sorgt Paco schon!
Ja,
Ihr Lieben, ich wollte ja ungefähr vor 20 Sätzen schon zum Ende
kommen – was ich jetzt aber auch tue – ich wünschen Euch allen,
Euren Familien und „tierischen“ Freunden alles Gute und eine
hoffentlich schöne Zeit!

In
diesem Sinne!
Ulli
aus der Dingdener Heide
E-Mail: Oberlankernost@aol.com
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