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Pai
Nach der "Erlösung" unserer Hündin Filou (Cauda equina, fast 15
Jahre) suchten wir nach einer Hündin, die mit Rex (SH-Hovawart-Mix, 11 Jahre)
und dem Hund meiner Freundin zurechtkommt. Pai war der erste Hund in der ersten
Pflegestelle, die wir angefahren hatten und - es war Schicksal - denn sie
entsprach eigentlich so gar nicht dem, was ich "eigentlich"
suchte.
Aber was suchte ich eigentlich? Ein Abbild meiner Hündin wollte ich nicht
haben. Sozial verträglich sollte unser "Neuzugang" sein. Pai, mit
ihrem kurzen Fell, so gar nicht das, was ich "gewöhnt" war,
eigentlich zu jung (9 Monate) für Rex, zu jung für uns, weil ich immer sage,
junge, einfache Hunde sollen andere nehmen. Aber Pai war ängstlich, und diese
braunen Augen "guckten" mich so durchdringend an. Sie kam mit Rex so
eben, mit dem Hund meiner Freundin sehr gut zurecht. Kurz entschlossen, für
alle überraschend, habe ich mich für sie entschlossen. Wir hatten noch nicht
mal eine Vorkontrolle und alles hat sich an diesem Abend überschlagen.
Pai zog ein, wie gut, denn 2 Wochen später erfuhr ich, daß Rex vermutlich
das Jahresende nicht mehr erleben wird (schnell wachsender Lebertumor). Ich hätte
dann nicht mehr nach einer "Neuen" für unser Rudel gesucht, aber Pai
macht sich prächtig und Rex und sie verstehen sich prima: lecken sich ab,
liegen dicht zusammen. Das gab und gibt Rex wieder "Auftrieb", und uns
auch.
Pai war - als wir sie übernahmen - noch sehr scheu. Nach 3 Wochen kam Pai -
nicht immer, wenn man sie rief, aber immer, wenn sie es für richtig hielt! Sie
wollte mit mir spielen, leckte mir Hände und Gesicht. Spielzeug hat sie bislang
nur zum "Fressen" gerne. Ebenso Patchworkdecken und Teppiche. Die
Leine mochte sie wie alles Neue gar nicht - aber nach ca. 3 Wochen konnte sie
mit Gassi-gehen. Jetzt führt sie wahre Freudentänze auf, wenn ich mich
zum Gassi-gehen umziehe. Sie kommt sofort, wenn sie sieht, daß ich die Leine in
die Hand nehme. Sie konnte keine Woche später ohne Leine im Feld laufen und kam
zuverlässig zurück. Sie findet alles sehr spannend, keine Scheu mehr, keine
Angst, nur pure Neugierde. Vor Menschen u.a. Hunden hatte sie noch
"Respekt".
Inzwischen spielt sie auch mit anderen Hunden, auch wenn Rex nicht dabei ist.
Pai ist eine skeptische, aber aufgeschlossene Hündin geworden. Sie beäugt
erstmal alles ganz genau. Manchmal muß man sie überzeugen, was vielleicht
"gut" sein könnte. So hatte und hat sie manchmal Angst, fremde
Wohnungen zu betreten, sie fürchtet wohl, nicht flüchten zu können. Dennoch
ist sie uns in all den (Weihnachts-) Feiertagen zu allen Einladungen
"gefolgt". Einmal mitgekommen, ist
sie ein "unauffälliger" Begleiter (obwohl sie die Befehle wie
"platz und bleib" noch nicht kennt!). Sie ist lustig, wenn sie die
Stirn in Falten legt; wenn sie sich freut, ist sie ein "gute-Laune-Hund",
vor allem morgens, wenn ich nicht so recht wach bin. Eine sehr unauffällige Hündin,
trotz ihrer Jugend, wenn wir zuhause sind, ein ausgezeichneter Wachhund, weil
sie einfach alles mitbekommt - und was am wichtigsten ist: der ideale, soziale
Zweithund für unseren "Dicken", der "sein Rudel" sehr nötig
hat. Sie ist sehr clever, lernt wirklich schnell, was wichtig ist; was ihr nicht
so wichtig erscheint, dauert ein bißchen länger. Aber sie versucht erstmal
alles! So hat sie sich ganz am Anfang vor lauter Angst unter das Auto im Carport
"verkrümelt". Nach viel Zurede und viel "hausmacher
Mettwurst" hat sie sich nach Stunden wieder herauslocken lassen. Das hat
sie später, ohne besonderen Streß, noch 2 mal versucht. Sie dachte wohl, da fällt
immer was besonderes ab. Das 2. Mal gabs noch Schinken, aber das letzte Mal
"nur" eine Frolic-Spur. Keine Mettwurst, kein Schinken, nur Frolic und
gutes Zureden. Sie wollte nicht rauskommen. Plötzlich wütendes Gebell (Pai!).
Rex hatte die Frolic einfach aufgefressen - Pai war sauer und keine 10 Minuten
später in der Wohnung.
Nun, Pai ist sehr lernwillig, wenn man es nicht fordert. Sie hat viele
Grundbegriffe "des Gehorsams" alleine dadurch gelernt, daß sie
Leckerli haben wollte und sich an Rex orientierte. Aber Pai muß zunehmend
lernen, auch ohne Rex zurecht zu kommen. Anfangs war es schwierig, mit ihr
alleine gassi-zu-gehen, vor allem hatte sie Angst, wenn der "Dicke"
ihr keinen Schutz bot. Aber sie ist von schneller Auffassungsgabe, einfach zu
händeln!
Bei Rex brauchte ich fast 1 Jahr, bis er mir/uns vertraute (geschlagener Hund
vom Tierschutz).
Pai und ich/wir haben uns gefunden. Schicksal, weil zur richtigen Zeit "der
Funke" übersprang. So bin ich überzeugt davon, daß sie dazu beträgt, daß
Rex noch lebt, weil er wieder ein Aufgabe hat (er versucht auf sie
"aufzupassen").
Uns hilft sie, über diesen baldigen zweiten Verlust hinweg zu kommen. Und,
nicht zuletzt, weil bei ihr eine schwere HD diagnostiziert wurde. Für Bardinos
eher selten - aber ich/wir haben inzwischen schon einige Erfahrung mit
Gelenkserkrankungen und deshalb denke ich, es ist der richtige Platz - wir
werden aufeinander aufpassen!!!
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit!
Viele liebe Grüße,
Eva Kaluza
E-Mail: filou13@t-online.de
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